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Abstand mit Haltung feat. d.ramadan

Quick Info

Lassen wir uns in unseren Grundfesten erschüttern? Das Drama der Krise setzt eines der ältesten und merkwürdigsten Rituale der Menschheitsgeschichte außer Kraft - das Theatererlebnis. Ritual auf Distanz? Was machen, wenn das Gegenüber fehlt?

Nicht mit uns, denken sich ein paar unerschütterliche Theatermacher*innen am Theater Oberhausen und wagen den Probelauf. Ausgestattet mit allem, was ihre Arbeit ausmacht, einem guten Text, einem hoch motivierten Ensemble, einer Bühne, dem richtigen Licht und genügend Desinfektionsmittel, arbeiten sie mit 1,5 m Abstand an der richtigen Haltung: physisch, psychisch und digital.

Konzept: Patricia Nickel-Dönicke, Produktionsleitung: Veronika Linde, Kamera: Nazgol Emami, Schnitt/Postproduktion: Ana Angelovska

10.5. Schattenspiel

mit Lise Wolle

Die seit 2017 in Deutschland lebenden Künstler*innen Sibel und Serkan Öztürk treffen mit ihrem "theater916" auf Lise Wolle. Normalerweise nehmen sie in ihrem Puppenspiel, entwickelt aus dem traditionellen türkischen Schattenspiel "Karagöz", Kinder und Erwachsene mit auf eine Reise aus Licht, Schatten und Musik. Doch in diesem Mai ist alles anders, Lise Wolle schneidet sich wegen der ganzen Krise selbst ihre Mitspieler*innen zusammen und dann wird gemeinsam gegen das Coronavirus gekämpft.

22.5. Quarterlife-Crisis - The best never rest

mit Burak Hoffmann

Die beiden Jungschauspieler sind nah dran am Thema, sind Teil dieser Generation, die auch mal eine Krise haben will. Und jetzt, bäm, hat sie eine: Zwischen Likes und Loneliness und "Ist das mein Gefühl oder ist das Instagram?", "Och Mensch, das gab's ja schon alles".

Aber: The best never rest. David Vormweg und Nils Kretschmer lesen Texte aus ihrem Programm "QLC", berichten von extrem ausgeklügelten Plänen, der Tristesse des bürgerlichen Lebens den Rücken zu kehren, finden sich irgendwo wieder als "Kölsche Ganoven" und bei sinnfreier Whats App Poesie. Ständig dabei: Klavier, Gitarre und ihre eigenen Songs.

26.5. Der Dachs schreit

mit Christian Bayer

Diese eigenartigen Tage, an denen die Zeit zugleich rast und still steht. Vielleicht, weil man nicht weiß, wann unser altes Leben, wie wir es kannten, wieder zurückkehrt. Die Sehnsucht nach Austausch, während man gerade einsam auf einem Feld steht, und das Bedürfnis, diese neue Situation kreativ zu nutzen - um im Gedanken verbunden zu bleiben, trotz der räumlichen Trennung.

Während des Lockdowns hielt sich Regiesseurin Sophie Benedikte Stocker bei ihrer Familie in den Österreichischen Alpen auf. Der Coronavirus hat so die Möglichkeit erzwungen, aus gewohnten Routinen auszubrechen und in Pedro Martins Bejas Text "Nachts schlafen die Tiere" nach einer inneren Stimme zu suchen.

31.5. Dem Fass sein Tropfen

mit Florian Fiedler und Ensemble

Thyl Hanscho hat einen hochkomplexen Theatertext geschrieben: eine geheime Verschwörung ist im Gange! Das narzisstische Manifest wird verbreitet! Das WIR wird endlich zugunsten des ICH ersetzt. Auf Revolution folgt Conterrevolution. Das ganze Theater endet im Chaos! Florian Fiedler präsentiert kleine Ausschnitte des Werkes als Theater im Theater. Wir erleben die ganz normale, gleichzeitig hochgefährliche und blutige Arbeit eines Regisseurs bei seiner Annäherung an einen Text.

Mit: Torsten Bauer, Florian Fiedler, Elisabeth Hoppe, Birte Lepzien, Patricia Nickel-Dönicke, Mervan Ürkmez, Julius Janosch Schulte

3.6. Woitsch

Wie Spielen, wenn die*der Andere nicht zu fassen ist? Wie Auftreten, in Abwesenheit des Gegenübers? Wie Sprechen, wenn man die neue Sprache noch nicht kennt? Mit diesen Fragen begegnet die Theaterregisseurin Carmen Schwarz "Woitsch", dem Text von Franziska Füchsl. Folgt dem pulsierenden Verlangen zu fassen, zu nennen und zu greifen: Ein Selbst. Ein Gegenüber. Woitsch.

Wo liegt Woitsch? In der Luft, in der Rede — in augenblicklicher Rede wird Woitsch hergestellt, im Takt des Togerzen wacht eine auf und wird zur Wache — aber kommt die Wache zu sich? Woitsch und Wache, in Mund zu Mund Sprache hängen sie zusammen, wo die Lippen voneinander klieben, in klaffender Verwunderung.

8.6. Knechte

"Gerechtigkeit - wer hat sich dieses Wort überhaupt ausgedacht? Wir sind doch alle viel zu verschieden, um in dieses enge Wort reinzupassen."

Burak Hoffmann & Emel Aydoğdu haben sich mit den Figuren aus "Knechte" von Caren Jeß beschäftigt und das Theaterstück für das "Abstand mit Haltung" -Format neu interpretiert. Daraus entstanden fünf Persönlichkeiten, die Burak Hoffmann alleine spielt. Alle gegen einen, einer gegen alle. Fünf Persönlichkeiten gefangen in einem Körper, die ausbrechen wollen und nach dem Sinn der eigenen Existenz suchen. Mal traumatisiert, mal lustvoll und verträumt und mal zerstörerisch, begeben sich alle auf eine Reise nach dem Selbst.

Weitere Termine:

12.6.

Die Probe

von Jens Poth

Ein zwielichtiger Regisseur, eine absonderliche Funkstörung und das Wissen um die Weltverschwörung sind die Ingredienzen dieser filmischen Einlassung im Stile der frühen Existenzialisten. Ein Strudel von Unsicherheiten erbricht sich über unsere Welt. Nichts weniger als "Die Umwertung aller Werte" darf, kann, muss, soll und wird das Theater retten. Es in ein neues Zeitalter führen. So der Plan vom in die Jahre gekommenen Jung-Regisseur Clemens. Die Rechnung hat er jedoch ohne den Wirt gemacht. Hätte er nur im Bio-Unterricht besser aufgepasst, dann wüsste er: Der Wirt versorgt den Virus und wer nix wird, wird Wirt! Schauspielerin Susanne weiß darum und internalisiert die geistige Funkstörung in ihrem Sein. Doch ein kleiner gallischer Schauspieler stellt sich gegen den übermächtigen Regie-Despoten und bewahrt stets die Haltung und den Abstand den die furchterregende Situation gebietet. Sehen sie Susanne Burkhard als Susanne, Daniel Rothaug als Asterix ... äh ... Daniel und Clemens Dönicke als wirklich, wirklich bösen Clemens (wirklich!).

Die Santiago Times (Chile) schreibt über " Die Probe": "Die Orientierunglosigkeit im Linksverkehr von Hongkong kombiniert mit dem Gefühl nach der ersten Zigarette am Morgen der 20er-Jahre des 21. Jahrhunderts. Ohne Filter. Das ist "Die Probe"!

Text: Jens Poth

Regie: Jens Poth

Kamera: Nazgol Emami

Schnitt: Anabela Angelovska

Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke

Kostüm: selfmade

Set: Birte Lebzien

19.6. Koma

von Wilke Weermann

Eine Geschichte wird aufgebaut, die Geschichte einer Person, die direkt von erzählenden Stimmen angesprochen wird: DU. Mit einem Klang zwischen Traumreise, autogenem Training und schizoider Zersprengung wird die Handlung vorangetrieben, die Haltung definiert, ein Plot etabliert. Es geht um konkurrierende Realitäten.

Nach und nach erscheint dir die Vorstellung, dass dein Leben nur eine komatöse Traumfantasie ist, immer plausibler. Sind die Erinnerungen wirkliche Erinnerungen? Man weiß es nicht. Erinnerungen können herbeigeredet werden.

Vielleicht ist es viel plausibler, dass deine Träume im Krankenhausbett die Momente sind, in denen du nicht träumst.

In diesem Kampf zweier Realitäten lösen sich die Grenzen des (heißt: deines) Ichs auf, vielleicht ist das gar nicht unbedingt schlecht. Vielleicht ist die Frage danach, ob deine Realität die wirkliche oder gar die einzige ist, gar nicht so wichtig.

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Text: Wilke Weermanm

Regie: Kieran Joel

Kamera: Nazgol Emami

Schnitt: Anabela Angelovska

Sounddesign: Yotam Schlezinger

Dramaturgie: Patrica Nickel-Dönicke

Kostüm: Hsin-Hwuei Tseng

Set: Birte Lebzien

Mit: Agnes Lampkin, Daniel Rothaug, Klaus Zwick

Web
www.theater-oberhausen.de/programm/stuecke.php?SID=818 https://www.theater-oberhausen.de/programm/stuecke.php?SID=818
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