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Foto: Frank Vinken

Theater an der Ruhr

Quick Info

Die über dreißigjährige Kontinuität von Roberto Ciulli als Intendant, die in dieser Zeit gemeinsam entwickelte unverkennbare Ästhetik und die kollektivartige Struktur abseits des Stadttheaters machen das Theater an der Ruhr zum ausstrahlungsstarken Solitär der deutschsprachigen Theaterszene.

 

Ein großes Lebenswerk und eine Theaterfamilie

Er fühlt sich wohl inmitten seines Lebenswerkes: Roberto Ciulli, Jahrgang 1934, gibt am Theater an der Ruhr noch immer Einführungen, schüttelt hier Hände und hält dort einen Plausch. Aber vor allem führt er noch immer Regie bei diesem Großprojekt, das durch personelle Kontinuität in drei Jahrzehnten zu einer unverkennbaren Ästhetik gelangte: Getragenes Tempo, eine gewisse Düsternis und Ausflüge ins Absurde sind Merkmale, die viele seiner Inszenierungen auszeichnen.

Zum erspielten Repertoire gehören Woody Allens "Gott" und Peter Handkes "Kaspar" genauso wie Sophokles' "Antigone" oder William Shakespeares "König Lear". In den letzten Jahren kommt dazu ein Faible für die klassische Clownerie.

Großen Anteil am Gesamtkunstwerk Theater an der Ruhr haben vor allem auch der Dramaturg und Mitgründer Helmut Schäfer und der 2018 verstorbene Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben, der für die wirkungsvollen, aber immer auch reisefähig reduzierten Kulissen sorgte. Die Bindungsfähigkeit der Theaterfamilie ist auch auf der Bühne groß: Maria Neumann spielt als derzeit dienstälteste Schauspielerin beispielsweise bereits seit 1986 am Theater an der Ruhr.

 

Grenzüberschreitendes Theater

Theater war hier schon immer engagiert, multikulturell und theoriegesättigt. Internationaler Austausch auch über die Grenzen der Kulturkreise hinaus ist seit über 30 Jahren Praxis: Gastspielreisen führten das Ensemble in unzählige deutsche Stadthallen – und bis nach Südamerika, in den Iran und in den Irak. Als Gast wiederum residiert derzeit das arabischsprachige Künstler- und Theaterkollektiv Ma'louba aus Syrien am Theater an der Ruhr. In den letzten Jahren sind immer mehr Seitenprojekte dazugekommen, die eine gemeinsame Plattform, das ehemalige Kurbad am Raffelbergpark an der Stadtgrenze zu Duisburg, nutzen: Die VolXBühne als Bürgerbühne und Theater der Generationen adressiert Fragen eines alternden Ruhrgebiets, und das Junge Theater holt unter anderem Stoffe aus dem Lektüreplan von Schulen dahin, wo Dramen hingehören – auf die Bühne.

 

Eine Bühne, die der Kunst dient

Das Theater an der Ruhr versteht sich als Kollektiv, das alle Mitarbeiter unabhängig von ihren Aufgaben mit gleichen Verträgen ausstattet und ein Drittel seiner Mittel über Gastspiele selbst erwirtschaften möchte. Im schöpferischen Prozess soll die Kunst im Vordergrund stehen und nicht durch die Komplexität eines Apparats behindert werden. "Kein Stadttheater!" war deswegen einst die provokante Werbebotschaft des Hauses.

Zum Kennenlernen dieser immer noch lebendigen Idee und des Geistes des Ortes sind die ausgelassenen "Weißen Nächte" im Raffelbergpark, ein kostenloses Open-Air-Theater-Happening im Juli, besonders zu empfehlen.

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